Kaiser des 10. bis 12. Jahrhunderts
Bei uns sehen Sie 5 Darstellungen des Kaiserlichen Goslar sowie die 52 Regenten des ersten deutschen Kaiserreichs.
Die salischen Kaiser (1024-1125) haben das Gesicht und die Geschichte Goslars und der Kaiserpfalz maßgeblich geprägt.
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Wir haben ein sehr schönes Plakat mit sämtlichen deutschen Regenten.
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Konrad II (1024 - 1039) |
Heinrich III ( 1039 - 1056) |
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Heinrich IV ( 1056 - 1106) |
Heinrich V ( 1106 - 1125) |
Die Dynastie der Salier
Nachdem mit dem Tod Kaiser Heinrichs II. (1024) das sächsische Geschlecht der Liudolfinger erloschen war, mussten die Großen des Reiches den Nachfolger durch eine Königswahl bestimmen. Ihre Wahl fiel auf Konrad aus dem im Gebiet um Speyer und Worms reich begüterten Geschlecht der Salier, als König (und seit 1027 Kaiser) Konrad II. Für gut 100 Jahre, bis zum Tod Heinrichs V. im Jahr 1125, bestimmte diese Dynastie die Geschicke des Reiches.
Eine erste Kaiserpfalz war in Goslar schon unter Heinrich II. erbaut worden, aber erst Heinrich III. (König seit 1039, Kaiser seit 1046), Konrads Sohn und Nachfolger, machte sie zum "berühmtesten Wohnsitz des Reiches", wie ein zeitgenössischer Chronist schrieb.
Kein anderer Herrscher spielt für die Geschichte der Goslarer Kaiserpfalz eine ähnlich überragende Rolle wie Heinrich III. Mindestens 22 Mal hielt er sich in der Goslarer Pfalz auf, annähernd 200 Besuchstage lassen sich nachweisen oder mittelbar erschließen. Hier feierte er häufig wichtige Kirchenfeste wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten, hier nahm er Regierungshandlungen von reichsweiter Bedeutung vor und empfing 1056 Papst Victor II. Damit war Goslar - was die repräsentative, rechtliche und integrative Funktion angeht - zu einem politischen Herrschaftsvorort geworden.
Unmittelbar nach dem Zusammentreffen mit Papst Viktor II. in der Goslarer Kaiserpfalz starb Heinrich am 5. Oktober 1056 im nahe gelegenen Bodfeld. Während man seinen Leichnam nach Speyer überführte, wurde sein Herz in der Stiftskirche St. Simon und Judas bestattet (heute in der St. Ulrichs-Kapelle).
Eine ähnlich gefestigte Machtstellung und dominierende politische Position, wie sie sein Vater innehatte, blieb dem Sohn und Nachfolger Heinrich IV. (König seit 1056, Kaiser seit 1084) versagt. Zu ständigen Auseinandersetzung mit den Fürsten kam der Streit mit Papst Gregor VII., der sich an der Besetzung der Bistümer entzündete ("Investiturstreit"), in dem es aber im Kern um das Verhältnis von weltlicher und kirchlicher Macht zueinander ging. Mit seinem berühmten Bußgang nach Canossa befreite sich Heinrich zwar vom Kirchenbann und verschaffte sich neuen Handlungsspielraum - der Anspruch des Königs, gleichzeitig höchster Priester mit einem Vorranganspruch sogar gegenüber dem Papst zu sein, war aber für alle Zeiten verloren.
In den letzten 30 Jahren seiner Regentschaft besuchte Heinrich IV. Goslar nicht mehr. Seine Lieblingspfalz wurde zum Hauptstützpunkt der Fürstenopposition und zum Herrschaftsort der Gegenkönige.
Die zahlreichen Konflikte, die die Regentschaft Heinrichs IV. geprägt hatten, machten auch vor seinen familiären Beziehungen nicht halt. Nachdem sich schon der erstgeborene Sohn Konrad gegen den Vater gestellt hatte, erhob sich 1104 auch der achtzehnjährige Heinrich gegen ihn. Gestützt auf oppositionelle Fürsten und die päpstliche Partei wagte er es zwei Jahre später, den Kaiser gefangen zu setzen und zur Abdankung zu zwingen. Heinrich IV. starb am 7. August 1106 in Lüttich.Zu Beginn seiner Regentschaft weilte sein Sohn Heinrich V. mehrfach in der Goslarer Pfalz. 1107 machte er Lothar von Supplinburg, der ihn beim Staatsstreich gegen den Vater unterstützt hat, zum Herzog von Sachsen. In den folgenden Jahren residierte nun auch Lothar herrschergleich in der Salierpfalz, zunächst quasi als Stellvertreter des Königs, dann als sein erbitterter Gegner.
Mit dem Tode Heinrichs - er erlag im Alter von 39 Jahren einem Krebsleiden - erlosch das Geschlecht der Salier.