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Startseite  Ausstellungen  Sonderausstellung 112 Feuerwehr und Rettungswesen

Feuerwehreinsatz im Zinnfiguren-Museum Goslar

Beißender Qualm – lodernde Flammen – hektisches Treiben ...aber glücklicherweise nur hinter Glas und im Miniaturformat der Zinnfigur.

Eine unserer diesjährigen neuen Sonderausstellungen hat die Geschichte der Feuerwehr und des Rettungswesens zum Thema. In Dioramen, kleinen Vignetten und mit Einzelfiguren spannen wir einen Bogen, der die letzten 2000 Jahre umfasst und dem interessierten Besucher die Arbeit der Retter näherbringen soll. 

Retten-Löschen-Bergen-Schützen, mit diesen Schlagworten lassen sich die Arbeitsbereiche einer modernen Feuerwehr heute gut zusammenfassen. Das war aber nicht immer so. Die Geschichte der Feuerwehr geht auf die Römerzeit zurück. Unter Kaiser Augustus wurde im Jahre 21 v.Ch. eine Feuerwehr aus ehemaligen Sklaven gebildet. Da diese Einheit wenig effizient war, wurden im Jahre 6 v.Ch. die „Vigiles“ (Wächter) gegründet, um den Bränden in der Stadt Rom Einhalt zu gebieten. Diese Truppe bestand zunächst aus 3.500 Mann und war militärisch organisiert. Sie patrouillierten durch die 15 Stadtbezirke, bekämpften Feuer und suchten Brandstifter. Sie verfügten bereits über Feuerspritzen, die bis zu 30 Meter weit reichten.

Als im europäischen Mittelalter die Städte wuchsen und die Gefahr von Stadtbränden zunahm, wandte man sich wieder dem Brandschutz zu. Verpflichtet waren alle Bürger, bei Bränden zu helfen. Die technische Ausrüstung war eher bescheiden. Mit Ledereimern musste das Wasser mühsam zum Brandherd transportiert werden. Lederne Schläuche gab es wohl seit dem 16. Jahrhundert, einfache Feuerspritzen seit dem 15. Jahrhundert. Die leistungsfähige Kolbenpumpe, wie sie die Römer bereits kannten, musste 1655 zum zweiten Mal erfunden werden.

Im Jahre 1686 wurde die erste Berufsfeuerwehr in Wien gegründet. Ab dem 18. Jahrhundert gründeten sich sogenannte Rettungsgesellschaften, die als Vorläufer der modernen Feuerwehr gelten können. Die erste freiwillige Feuerwehr wurde 1799 in Alzey gegründet. Eine Gründungswelle der freiwilligen Feuerwehren folgte nach der Revolution von 1848/49, als sich das deutsche Bürgertum „emanzipierte“ und das Heft der Brandbekämpfung selbst in die Hand nehmen wollte.
Rund 24.000 freiwillige Feuerwehren bilden heute das Rückgrat der Brandbekämpfung in Deutschland.

Wir zeigen in unserer kleinen Ausstellung u.a. den Brand in einer deutschen Kleinstadt um das Jahr 1930. Schutzmänner halten die Bevölkerung zurück, damit die Arbeit der Rettungskräfte nicht behindert wird. Eine Szene, die man heute leider zu gut kennt.

Ein weiteres Diorama zeigt den großen Hamburger Brand von 1842, bei dem mehr als ein Viertel des damaligen Stadtgebietes verwüstet wurde.

Bayerische Feuerwehrleute um 1900 mit ihren blanken Helmen und den damaligen Gerätschaften eilen zur Feuerbekämpfung, aber auch Szenen aus dem 18. Jahrhundert, wo das Rettungswesen und die Brandbekämpfung noch die Aufgabe aller Bürger waren.

Die „fliegenden Ambulanzen“ der Napoleonischen Zeit, Feldlazarette und Verbandplätze in verschiedenen Kriegen, aber auch Albert Schweitzers Hospital in Lambarene und der Notarzteinsatz bei einem Motorradunfall zeigen die vielfältigen Aufgaben des Sanitätswesen. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Ausstellung die Vielfalt der Arbeit der Feuerwehr und des Rettungs- und Sanitätswesens mit den Mitteln der Zinnfigur zeigen und dem Besucher einen kleinen Einblick in deren Tätigkeiten bieten können. Die Ausstellung wird zum Teil mit Originalartefakten ergänzt.