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Weltkulturerbe "Oberharzer Wasserwirtschaft"

Ausstellung

Die Ausstellung zeigt die Entstehung der Oberharzer Wasserwirtschaft und das Zusammenspiel der einzelnen technischen Bauwerke, welche zur Wasserspeicherung und dessen Weiterleitung in die Bergwerke errichtet
wurden. Insgesamt wurden 120 Stauteiche, etwa 500 Kilometer Gräben, ca. 30 Kilometer Wasserläufe und rund 100 Kilometer Wasserlösungsstollen geschaffen. Begonnen wurde mit Muskelkraft. Später kam die Haspel hinzu, dann die Kunst- und Kehrräder. Teiche, Dämme, Gräben mussten gebaut werden; ebenso Striegelhäuser, Radstuben, Feldgestänge und vieles mehr. All dies wird beispielhaft gezeigt und wenn möglich, auf Geopunkte des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen und auf weitere Informationsstellen des unter Schirmherrschaft der UNESCO befindlichen Geoparks hingewiesen.

Wasserknechte bei der Arbeit

1. Wasserknechte


Im Mittelalter mussten Wasserknechte mit Ledereimern eine Kette bilden, um das ständig nachsickernde Wasser aus den Gruben herauszubringen. Eine schwere körperliche Arbeit, die nur bis zu einer Tiefe von ca. 20 Metern
möglich war.

Sümpfung mit der Handhaspel

2. Sümpfung mit der Handhaspel

Schon einfache Technik erleichterte die Entwässerung der Gruben. Mit der Handhaspel brauchte man nur zwei Bergleute, um die wasser-gefüllten Eimer nach oben zu ziehen.

Reparatur unter Tage

3. Reparatur unter Tage

Die gesamten technischen Einrichtungen waren aus Holz und dementsprechend reparaturanfällig.
Bergzimmerleute mussten unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen in Dunkelheit und Enge diese schwere Arbeit verrichten.

Kunstrad mit Feldgestänge

4. Kunstrad mit Feldgestänge

Durch das Kunstrad konnten die Gruben statt mit Muskelkraft mit Wasserkraft gefüllt werden (Wasser hebt Wasser). Oft lagen die Schächte höher im Gelände, als das Wasser herangeführt werden konnte. Dann wurde mit Hilfe von Feldgestängen (Parallelo-gramm) die Kraft vom tiefer gelegenen Kunstrad zum Schacht übertragen. Das war manchmal über eine Strecke von bis zu 1000 Metern notwendig!

(Zu sehen am Carler Teich/ Clausthal-Zellerfeld und am Maaßener Gaipel / Lautenthal)

Der Bergbau und seine Auswirkungen

Tierwelt im Harz

In den gemäßigten Zonen hat der Mensch die Wälder größtenteils gerodet; der Bestand der Pflanzen- und Tierwelt veränderte sich tiefgreifend. Aufgeforstet wurde nur in Monokulturen. Die großen Waldgebiete waren im 10. Jahrhundert vorwiegend Jagdreviere, eine gnadenlose Verfolgung des Wildes setzte ein. Unter Einwirkung der zunehmenden Luftverschmutzung und des sauren Regens setzte sich das Waldsterben in immer schnellerem Tempo fort, der Massentourismus tut sein Übriges. Viele Tierarten stehen kurz vor dem Aussterben; so war der Luchs ursprünglich weit verbreitet. Aber als gefährliches Raubtier wurde er gnadenlos verfolgt; ebenso eine große
Zahl von Greifvögeln. Und wie lange werden wir noch einen Auerhahn, den
Vogel des Harzes, bei der Balz in seinem Bergrevier beobachten können?!

Weitere Dioramen können Sie sich in unserem Museum anschauen.